BUND Hamburg kritisiert CO₂-Strategie des Senats
Umweltverband fordert weniger CCS-Technologie und mehr Vermeidung sowie Ressourcenschutz
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hamburg übt scharfe Kritik an der am Mittwoch vom Senat geplanten Carbon-Management-Strategie. Im Zentrum der geplanten Maßnahmen steht die Investition von Millionenbeträgen in Technologien zur CO2-Abscheidung, während der Umweltverband wirksamere Ansätze zur CO2-Vermeidung und Ressourcenschonung in den Vordergrund stellt.
Kritik an CO2-Abscheidung und Nutzung
Die rot-grüne Koalition in Hamburg plant, mit der sogenannten Carbon Capture and Storage (CCS) Technologie sowie Carbon Capture and Utilization (CCU) neue Wege im Umgang mit Emissionen zu gehen. Dabei werden CO2-Emissionen, beispielsweise aus Müllverbrennungsanlagen, abgetrennt und entweder gespeichert oder weiterverwertet.
Sabine Sommer, Vorsitzende des BUND Hamburg, äußert sich deutlich: „Was hier als Klimaschutzmaßnahme verkauft wird, dreht die Logik komplett um: Plötzlich wird aus verbranntem Müll ein begehrter Rohstoff für Raffinerien und Chemieunternehmen.“ Sie warnt vor Fehlanreizen, die dazu führen könnten, dass Müllverbrennung attraktiv bleibt, anstatt echten Klimaschutz durch Abfallvermeidung zu fördern.
Geplante Strategie und Risiken
Besonders im Fokus steht die Müllverbrennungsanlage am Rugenberger Damm, bei der CCS künftig eingesetzt werden soll. Kritiker bemängeln, dass diese Technologie als teuer, ineffizient und energieintensiv gilt. Zusätzliche Risiken betreffen den Bau von CO2-Pipelines und Endlagern, die langfristige Gefahren für das Trinkwasser bergen könnten.
BUND Hamburg gibt zudem zu bedenken, dass die finanziellen Mittel für CCS auf Kosten umfassenderer Klimaschutzmaßnahmen wie Energieeffizienz, Wärmewende, Abfallvermeidung und Moorschutz fehlen könnten.
Alternativen für Klimaschutz und Ressourcenschonung
Laut BUND gelte es, effektive Alternativen zu verfolgen. Sommer betont: „Stattdessen könnte Hamburg eine Verpackungssteuer einführen, Mülltrennung verbessern und konsequent auf Kreislaufwirtschaft setzen.“ Damit könnten sowohl die Menge an Müll als auch die damit verbundenen Emissionen deutlich reduziert werden.
Besonders kritisiert der BUND, dass die zugesagte Strategie für natürliche CO2-Senken wie den Moorschutz bislang ausbleibt. Torfböden, die zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern zählen, werden laut Verband in Hamburg weiterhin überplant, anstatt systematisch wieder vernässt zu werden.
Forderungen und Ausblick
Der BUND Hamburg ruft die städtische Bürgerschaft auf, die geplante Vorlage abzulehnen. Gefordert wird eine Ausrichtung auf konsequente CO2-Vermeidung, Abfallreduktion und den Schutz natürlicher Senken anstelle teurer Technologien, die aus Sicht des Verbands nicht zur Problemlösung beitragen.
Entwickelt sich Hamburg mit der Carbon-Management-Strategie tatsächlich zum Vorreiter im Klimaschutz oder riskiert die Stadt, wichtige Chancen auf wirksame und nachhaltige Maßnahmen zu verpassen? Die Diskussion dürfte auch nach der Senatssitzung weiter an Dynamik gewinnen.
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