Stadt Flensburg beruft Verwaltungskrisenstab erstmals im Ernstfall ein

Nach dem Fassadenabsturz an der Apenrader Straße 34 rief Flensburg am 30. September erstmals den Verwaltungskrisenstab ein.

Von Presse-Service.de2 Min. Lesezeit

Nach dem Fassadenabsturz an der Apenrader Straße 34 hat die Stadt Flensburg erstmals ihren Verwaltungskrisenstab außerhalb einer Übung einberufen. Wie die Stadt am 1. Oktober mitteilte, war der Stab am Mittwoch, 30. September, um 11.02 Uhr und damit weniger als eine Stunde nach der Alarmierung arbeitsfähig.

Anlass war der Fassadenabbruch am Vortag. Nach Angaben der Stadt sollten wegen der Vielzahl beteiligter Fachbereiche und notwendiger Maßnahmen die weiteren Schritte abgestimmt und strukturiert koordiniert werden.

Erster Einsatz des Gremiums im Ernstfall

Der Verwaltungskrisenstab war nach dem Hochwasser 2023 als Instrument des Krisenmanagements eingeführt worden. Der Einsatz nach dem Vorfall in der Apenrader Straße war nach Angaben der Stadt der erste Ernstfall. Zunächst leitete Oberbürgermeister Fabian Geyer den Stab, später am Tag übernahm Bürgermeister Henning Brüggemann.

Zu mehreren Lagebesprechungen kamen im Europaraum Vertreterinnen und Vertreter der Bauordnung, der Berufsfeuerwehr, der Betreuung und Integration, der Pressestelle, des Krisenmanagements sowie der Koordinierungsgruppe des Verwaltungskrisenstabes zusammen. Zudem hielt der Stab Kontakt zur Leitstelle in Harrislee.

Bewohner konnten Wertsachen und Dokumente holen

Die Berufsfeuerwehr arbeitete laut Stadt seit Dienstag gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk vor Ort. Das THW habe unmittelbar nach dem Ereignis die Absicherung des Gebäudes übernommen.

Bis zum Mittwochabend erreichte die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben bis auf zwei Personen alle im betroffenen Gebäude gemeldeten Menschen und erläuterte das weitere Vorgehen. Bewohnerinnen und Bewohner des beschädigten Mehrfamilienhauses konnten in Begleitung der Berufsfeuerwehr und des kommunalen Ordnungsdienstes Wertsachen und wichtige Dokumente aus ihren Wohnungen holen.

Für das Nachbarhaus in der Apenrader Straße 32 gab es dagegen Entwarnung: Die dortigen Bewohnerinnen und Bewohner konnten nach Angaben der Stadt in ihre Wohnungen zurückkehren.

Betretungsverbot und halbseitige Sperrung

Für das Gebäude in der Apenrader Straße 34 sowie für das Hinterhaus gilt zunächst weiter ein Betretungsverbot. Die Straße bleibt aktuell halbseitig gesperrt; den Verkehr soll eine Ampel regeln.

Eine erste kurze Manöverkritik des Verwaltungskrisenstabs vom Donnerstag fiel laut Stadt positiv aus. Oberbürgermeister Fabian Geyer wird mit den Worten zitiert: „Wir sind in der Lage, in allen Situationen zu reagieren“.

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