Volkstrauertag 2025: Kinder im Krieg im Fokus
Bargteheide gedenkt am 16. November mit Schülerbeiträgen und Zeitzeugenbrief

Am 16. November 2025 findet in Bargteheide der diesjährige Volkstrauertag unter dem Motto „Vergessene Stimmen – Kinder im Krieg“ statt. Das Komitee Volkstrauertag gestaltet diesen staatlichen Gedenktag seit über vierzig Jahren für die Stadt auf ganz eigene Weise, um durch Erinnerung und aktuelle Bezüge ein Zeichen für Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu setzen.
Schülerinnen und Schüler bringen neue Impulse
Seit einigen Jahren sind die zehnten Klassen des Gymnasiums Eckhorst maßgeblich an der Ausgestaltung der Gedenkveranstaltung beteiligt. „Das Projekt ist erstmalig fest im Stundenplan verankert“, erklärt Marion Schröter-Piehl, Lehrerin am Gymnasium Eckhorst. Der Volkstrauertag sei aktuell, habe Bezug zur Gegenwart und ermögliche einen wichtigen Blick auf bestehende Ungerechtigkeitsstrukturen.
Programm und Ablauf des Gedenkens
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Erlebnisse von Kindern in Kriegsgebieten. Die Schülerinnen und Schüler haben sich intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und ihre Eindrücke in Texten, Plakaten sowie musikalischen Beiträgen verarbeitet.
Persönliche Erfahrungen bewegen die jungen Akteure
Ein spezielles Highlight der Vorbereitung war ein Zeitzeugeninterview mit Frau Wollenberg. Die Schülerin Martha schildert eindrücklich: „Bilder sind prägend, doch die echten Emotionen haben mich bei der Geschichte besonders mitgenommen.“ Die 86-jährige Zeitzeugin war während des Zweiten Weltkriegs erst fünf Jahre alt, dennoch hat sie die damaligen Erlebnisse ein Leben lang begleitet. Besonders eindrücklich schildert sie nicht dramatische Ereignisse, sondern das Erwachen mit Milch im Bunker – eine Erinnerung, die ihr hilft, das Erlebte zu verarbeiten.
Der von Frau Wollenberg verfasste Zeitzeugenbrief wird während der Veranstaltung verlesen und soll einen authentischen Einblick in die Gefühlswelt eines Kindes im Krieg geben.
Bedeutung des Gedenkens und Ausblick
Gabriele Hettwer, Bürgermeisterin der Stadt Bargteheide, hebt in ihrer Ansprache die Bedeutung des Gedenkens hervor: Auch achtzig Jahre nach Kriegsende sei es wichtig, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Demokratie bilde die Grundlage für das gesellschaftliche Leben und es sei unerlässlich, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und die Zukunft verantwortungsbewusst zu gestalten. Die Einbindung der Jugendlichen und ihre neue Sichtweise seien ein wichtiger Impuls für die Veranstaltung.
Der Volkstrauertag in Bargteheide bietet somit einen Raum für Erinnern, Nachdenken und für den Austausch zwischen den Generationen – getragen von Engagement und der Bereitschaft, aus vergangenen Erfahrungen für die Zukunft zu lernen.
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